Kapitel 11 – Ab in den Süden

Gestern habe ich mit dem Restonica-Tal aufgehört und heute fange ich erst einmal mit Bonifacio an.
Weil es dafür einfach keine großen Worte gibt. Ich weiß nicht, ob die Bilder wirklich auch nur einen Hauch von dem Erleben erzählen können, aber versuchen können wir es ja mal …

Leider rauscht der Wind ins Mikrofon, daher kommt die unbeschreibliche Stille nicht rüber. Es ist nicht diese totale Stille, die es nur in der Bergen gibt, wenn abends niemand mehr Lärm macht und auch die Kühe schon schlafen.
Es ist eine andere Art von Stille, denn das Meer rauscht und plätschert vor sich hin, während einem eine kühle, sanfte Prise um die Nase weht und die Sonne auf den Bauch scheint.
Und es ist niemand da.
Unfassbar! Ein ganzes Stück Strand nur für mich ganz alleine! Über Stunden!
Kann es eine schönere Allegorie für den Begriff Glück geben?
Kitsch?
Vielleicht! Aber irgendwo mögen wir ja doch alle irgendwie Kitsch.

Und doch war dieser Kitsch etwas Anderes. Nicht menschengemacht, nicht fiktiv erzählt. Er war einfach ein Geschenk von der Natur an mich. Unverdient wahrscheinlich, aber spielt das eine Rolle, wenn es niemandem schadet? 
Ich habe den Moment sehr genossen.

Für die Calimoto-Tourendetails Bild anklicken



Doch nun zum letzten Teil meine Korsika-Ausfahrt von Corte nach Porto-Vecchio.
Er führte mich durch das zentrale Gebirge von Korsika, das in etwa mit dem Schwarzwald vergleichbar ist – nur halt unberührter, weniger geleckt.
Nach der unglaublichen Traumstraße tags zuvor hatte ich etwas Bammel, dass ich das nicht mehr richtig zu schätzen wissen könnte.
Doch weit gefehlt. Korsika hat sooooo viel zu bieten! Erneut führten mich weiche, samtene Kurven durch die wilde Schönheit einer weitgehend sich selbst überlassenen Natur.
Mal karge, dünn überwachsene Hügel, mal wildwuchernde Wälder, dann wieder schroffe Felsen, an denen sich die farbenfrohsten Blümchen festkrallten, als ob sie das nackte Gestein für den Betrachter schmücken wollten.
Und eh ich mich versah, war er wieder da, der Flow. Korsika hat so unglaublich viele schöne Straßen, in denen man sich einfach fallenlassen kann und den genoss ich auch wieder wirklich sehr, bis ich fast – aber halt nur fast – am Ziel war.


Dann bat mich meine App, rechts abzubiegen. Ein Wunsch, dem ich sofort nachkam, hat sie mich doch wirklich bislang gut und sicher an jedes Ziel hier gebracht.
Doch was dann kam, war der blanke Horror. Ich erzähle hier keine Details, nur vielleicht ein kleiner Hinweis für alle, die es betrifft:
Ich weiß, dass es für Zweiradspezialisten immer eine ganz besondere Herausforderung ist, auf krassen, engen, mit  in den Fels gesprengten Spitzkehren gespickte Pisten zu befahren.
Deshalb biegen sie gerne von diesen für sie wohl eher langweiligen Hauptrouten ab und kämpfen sich kraxelnd den steilen Berg hoch.
Um sich und der Welt etwas zu beweisen?
Was eigentlich genau?
Sich ein Motorrad leisten zu können, das eine solche Ochsentour mitmacht? Denn das tut schließlich die Arbeit, nicht der Pilot.
Diese Wege sind nicht für uns gemacht. Sie dienen den Bauern, um sich für ihr karges Leben in den Bergen einmal in der Woche mit dem Lebensnotwendigen zu versorgen.
Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese Menschen es nicht allzu sehr schätzen, wenn ihr beschauliches Leben täglich mehrfach von Horden lärmender und stinkender Vehikel gestört und mitunter auch gefährdet wird (mir ist ein solches Beispiel bekannt).
Dort laufen Hunde und Ziegen frei auf den Straßen. Und manchmal auch spielende Kinder, weil sie das dort früher einmal  durften, als noch niemand in den Ort kam, der das nicht wusste. Sie können nicht verstehen, warum das jetzt nicht mehr geht, und tun das manchmal halt trotzdem noch.
Denn inzwischen gibt es Apps, die Touren nach der Anzahl der Kurven pro Kilometer bewerten. Da liegen solche Strecken eben ganz weit vorne. Und KI tut den Rest dazu: Je mehr Freizeit-Agostinis die Hänge hoch fräsen, desto wahrscheinlicher wird es, dass dem nächsten Fahrer das Teilstück in die Route hineinberechnet wird – ob er das will oder nicht.
Und so wird aus einem besseren Feldweg, der durch eine kaum besiedelte Gegend führt plötzlich eine Hauptverkehrsader.

So sei mir an dieser Stelle ein kleiner Appell an meine Mitstreiter auf zwei Rädern erlaubt: Einmal kurz darüber nachdenken, ob Motorradausflüge auf engen, fast unbefahrbaren Wegen wirklich so grandios  sind, wie man sich erzählt.
Und wenn das einige tun, fallen die Ratings dieser Teilstrecken von ganz alleine aus der Verlosung.

So! Jetzt muss aber ich meine Sachen packen, denn um sieben soll ich am Hafen sein. Die Fähre nach Sardinien wartet nicht …

Steij tjund!

Kapitel 12 – 11.00 Uhr, Monti, windig, der Reifen hält😁

Eigentlich sollten und wollten wir das so nicht tun!
Aber was geht mich mein dummes Gerede von … ja von wann denn eigentlich? Es ist alles so weit weg.
Meine  fette Hummel  (-> Kapitel 5) macht plötzlich dicke Backen. Vielleicht hätte ich das auch so nicht schreiben dürfen, das war nicht fair – vor allem nicht, weil ich ihr nie eine Chance gegeben hatte, ihre anderen Stärken unter Beweis zu stellen. Klar, sie ist ein bequemer und zuverlässiger Untersatz, in dem sich  – wie sich trotz sorgsamster Askese bei der Auswahl des Reiseinventars auch dieses Mal wieder herausstellt, viel zu viel unterbringen lässt.
Ihre nicht gerade spektakuläre Architektur beeindruckt eben nicht durch aufdringliche Optik, sondern durch eine sorgsam durchdachte Optimierung nach Tourengesichtspunkten. So neutralisiert sie – von Starkregen mal abgesehen – ziemlich zuverlässig ungünstige Wetterverhältnisse genauso wie sie der Wirbelsäule eines in die Jahre gekommenen Mopedfahrers den Schrecken vor Schlaglöchern weitgehend nimmt.

Doch der Reihe nach …
Hier auf Sardinien angekommen, scheint sie nun doch noch eine Rechnung mit mir offen zu haben.
Zunächst ließ sie mich nach dem Ankommen in der Gallura noch einige Fotos der beeindruckenden Tafoni-Felsen machen. Sogar einen Pitstop in Telti ließ sie noch über sich ergehen – schließlich war ich doch noch etwas müde, ich musste bereits um halb sechs am Hafen sein, und auch die Überfahrt zog sich durch den starken Wind etwas länger hin.
Doch als ich so in der kleinen Dorfbar saß, die sich am Samstagvormittag nun zusehends füllte, und meinen endlich wieder herrlich italienischen Cappuccino (adieu Café au Lait!🤢), wurde ich allmählich wach.
Für einen Moment dachte ich noch darüber nach, ob ich das herrliche Palaver furios durcheinander schreiender italienischer Männer, immer wieder begleitet von lauten Gelächter der Inhaberin, heimlich aufnehmen soll, um den Moment zu konservieren.
Gottseidank kam ich noch rechtzeitig zur Besinnung und mir wurde bewusst , wie indiskret und übergriffig ein solches Unterfangen wäre. Außerdem kann man Momente ohnehin nicht wiederholen.
Die Rechnung tat dann ein weiteres dazu, meine Stimmung zu heben. Für ein eau gaseuse und einen Café au Lait hatte ich gerade am Hafen von Bonifacio eben noch 6,40 € bezahlt. Und das war bei weitem nicht die teuerste Adresse auf Korsika. Erst dachte ich, man hätte in Frankreich meine ohnehin schon dürftigen Italienischkenntnisse verwässert, oder vielleicht haben die auf Sardinien auch ein anderes Zahlenmodell. Also gab ich der netten Dame vorsichtshalber einen Zehneuroschein für einen Cappuccino und ein Glas Mineralwasser.
Und Tatsache: Ich hatte niemanden falsch verstanden, die Dame hatte wirklich „un settanta“ gesagt!
Ich war wieder angekommen, und das stimmte mich fröhlich,
Mit einem Atemzug tiefer Genugtuung und einem breiten Grinsen im Gesicht stieg ich wieder auf mein Moped.
Gutgelaunt und hellwach ging es dann wieder auf die Piste. Doch was dann folgte war so nicht geplant(😂🤣)
Meine dicke fette Hummel zeigte mir, wo der Hammer hängt. Erst ganz sachte, dann allmählich immer beherzter.
„Anhalten? Fotos machen? Ja wie viele denn noch? Bist du eigentlich zum Fotografieren hergekommen oder zum Mopedfahren?“
Es zahlt sich einfach aus, dass in Italien bei der Planung von Straßenverläufen offensichtlich ein von Valentino Rossi angeführter Beraterstab ein entscheidendes Wort mitzureden hat.
Das ist wirklich nicht mehr normal hier.

Erst die smarte SS 389, dann geht es auf die SP95/SP67 Richtung Meer, auf der die Beläge schon in die Jahre gekommen sind. Doch auch das mag die Honda, weil sie da – vollbepackt – ihre Qualitäten komplett ausspielen kann.
Ja, ich weiß! Ich bin 63 Jahre als, und sollte solche Dinge einfach nicht tun. Aber nennen wir es mal „vertrauensbildende Maßnahmen“. Denn das ist es nach dieser Strecke wirklich gewesen.  Ich habe mir jetzt abgewöhnt, meine Füße auf den Rastern nach unten zu halten. Die einzige Grenzen, die dieses Motorrad mit den Reifen (danke Tulle) hat, scheinen die Fußraster zu sein – selbst bei heftigsten Schlägen von der Straße.
Nun denn.
Korsika war wunderschön. Wild. Unberechenbar. Und teuer.
Das hier ist Sardinien, und mein erster Eindruck ist sehr italienisch. Üppig und sympathisch rund.
Zu Mittag habe ich in der Pizzeria neben meinem Hotel gegessen. Eine Pizza Sicilana, ein gemischter Salat, ein Glas Wein, ein halber Liter Mineralwasser, eine torta delle nonna und ein Café. Auch hier musste ich zweimal auf den Zettel schauen, weil ich glaubte , mich verhört zu haben:
15.50 € in einer Qualität, von der Korsikas Cuisine weit entfernt ist.
Ich bin erst am Anfang, aber ich fürchte, ich habe bereits eine Vorahnung, welche der beiden Inseln meinen persönlichen Vergleich gewinnen wird.
Schließlich is(s)t man Schwabe.😁
Hier noch die Strecke (leider wurde es meinem Navi am Ende etwas zu viel.🤣)

Kapitel 13 – Ruhetag

Nachdem mein Moped mir gestern kaum Möglichkeiten gegeben hat, Fotos für euch zu schießen, musste es  draußen auf der Treppe warten und in sich gehen.
Heute früh haben wir uns dann darauf geeinigt, dass ich es künftig nicht mehr „fette Hummel“ nennen  und ich dafür wieder einige – wenn auch nicht mehr so viele – Fotostopps einlegen darf.

Den italienischen Nationalfeiertag heute indes nutzten wir beide für eine recht erholsame Pause am Traumstrand von Berchida.

Dafür habe ich dann morgen und übermorgen zwei spannende Touren erst nach, und dann von Iglesias geplant. Inkl. einer Übernachtung dort.

Steij tjund!

Kapitel 14 – Heilige Scheiße …

… 3 in 1 – oder 350 km nur Kurven!

Zur heutigen Tour fehlen mir einfach nur die Worte. Vielleicht nicht die beste Voraussetzung, um einen Blog zu schreiben?
Sei’s drum. Hat mich doch noch nie interessiert, ob ich etwas zu sagen habe oder nicht!

Doch zunächst einmal möchte ich all meinen alten Weggefährten mein tief empfundenes Mitgefühl aussprechen! Glaubt mir, ich weiß genau, wie es euch jetzt in Neckarsulm, Obereisesheim und in anderen überfluteten Orten im mittleren Neckarraum gehen muss. Schließlich habe ich selbst noch gestern bis zu den Knöcheln im Wasser gestanden, als ich die Fotos vom Strand gemacht habe. (#wegduck)

#hüstel!
Und nun zu der zweiten wichtigen Neuigkeit des Tages. Lisbeth und ich haben uns  endgültig ausgesöhnt. Naja … eigentlich wollte Lisbeth ja, dass ich sie künftig „Schwarze Mamba“ nenne.  Klar, sie schlängelte sich auch heute wieder unfassbar elegant und mitunter auch giftig durch die Windungen der SSs und SPs hier auf Sardinien.
Aber einerseits bleibt mein fahrbarer Untersatz auch noch in der extremsten Situation handzahm und friedfertig, und zum anderen ist der Begriff durch dümmliche rassistische Vorurteile doch etwas anstößig  vorbesetzt.
Mein Vorschlag war „Eberhard“ nach einem Großonkel mütterlicherseits, doch den lehnte sie ab – schließlich sei sie ja eine Dame! Letztendlich landeten wir bei „Lisbeth“, die Kurzform von Elisabeth, der verstorbenen Königin von England, für die Lisbeth einen Faible hat, weil die angeblich was von Motoren verstünde.
Jedenfalls sind wir heute endgültig  Freunde geworden, das „Kontrollweiß“, das  gestern am Strand von Berchida auftragen wurde, haben wir beide heute in trauter Harmonie fast komplett abgefahren.😁🙈

Dafür durfte ich dann auch über 60 Bilder schießen …
Doch der Reihe nach … hier schon mal die heutige Tour:

Den exakten Streckenverlauf erhaltet ihr durch Klick auf die Grafik

Um kurz vor neun ging es dann los.
Zunächst der SS125 folgend, die mit großzügigen, herrlich zu fahrenden Kurven zwischen Meer und Gebirge unglaubliche An- und Aussichten bietet.
Zur Erklärung: SS (strade statali) sind Straßen von „nationaler Bedeutung“. Einige von ihnen sind 4-spurig, auf denen ist dann ein Höchdtgeschwindigkeit von 110 km/h erlaubt. Erst dann nennt man sie „Super Strada“, und die sind für Mopedfahrer doch ziemlich langweilig und eintönig. Die meist sehr alten zweispurigen strade statale sind mittlerweile ziemlich gut ausgebaute, breite Straßen, deren Verlauf sich rein historisch an die landschaftlichen Gegebenheiten anpassen musste und – mangels technischer Möglichkeiten damals – nicht umgekehrt. Lange Tunnels findet man auf ihnen daher eher selten, höchstens diese schicken Galerien, die sich harmnisch unauffällig in die Bergwelt eingliedern Der Streckenführung passte sich gezwungenermaßen den geologischen Gegebenheiten an, und es kommt dann vor allem dort, wo Steilhänge sind, zu diesen kurvigen Straßenverläufen, die wir als Mopedfahrer lieben und als Kinder auf dem Rücksitzen der von kettenrauchenden Vätern verqualmten Opel Rekord B  meist fürchterlich hassten. 🤣

SP bedeutet strada provenciale – diese Straßen sind schmäler, ihr Belag wechselst oft von neu geteert bis zu heftigsten Schlaglöchern, und die Linienführung ist noch kurviger, weil sie oft durch noch schwieriger zu erschließendes Gebiet führt.
Und das macht sie für Zweiradmobilisten NOCH spannender, und Kinder brauchen heute eh nicht mehr über Stunden in verqualmten Autos zu sitzen. Allerdings sollte man für ein  Fortkommen auf ihnen etwas mehr Zeit einplanen.

Nach den Pässen Genna Petta, Genna Silana und Genna Croce biegen wir rechts ab auf die SP37. Die Kurven werden enger, der Belag variiert wie die Landschaft, die sich nun beinahe im Minutentakt verändert. Mal säumen Olivenhaine die Straße, mal dichte Urwälder aus Zypressen, Lorbeerbäumen und Zedern, mal schattige kleine Pinienwäldchen, die zum Verweilen und picknicken einladen. Dann fädelt sich die Straße wieder abrupt hinauf, bis der Bewuchs auf den Bergen immer karger wird und schließlich nur noch einzelne  unverzagte Pflänzchen dem kargen Fels trotzen und ihre herrliche Farbenfrohheit auch noch in dieser kalten, herrlich klaren Luft zur Schau stellen.

So geht es weiter durch Orte, die man Urzulei genannt hat(?) bis kurz vorTalana, wo die SP37 in die SP56 mündet, die sich dann in spektakulär weichen Serpentinen bis kurz vor den Passo S’Arcu Piras Orrubias hochwindet und in die SP69 übergeht. 
Es fließt in dahin in ständigen Wechseln bis hin zum Genna Antini und von dort aus zum Startpunkt von Tulles erstem Tourenvorschlag, der bekannten Route von Gairo Sant‘ Elena nach Isili. 

Die Straße macht ihrem Ruf alle Ehre!
In Isili angekommen, mache ich einen kurzen Abstecher nach Laconi. Das hat auch einen Grund, aber der geht hier niemanden etwas an. (Nein, keine Weibergeschichten!)😉
Der Ausflug lohnt sich! Die Insel zeigt sich von einer anderen, neuen, mir nicht bekannten Seite.  Sardinien kann auch Toskana! Und das fast besser als das Original.
Die erste Kornernte ist schon eingefahren, doch das meiste steht noch in vollem Saft.
Wahnsinn – wir sind kaum eine Stunde weiter, eben noch waren es hohe Berge und Täler, plötzlich ist da eine Hügellandschaft, die von üppigen Kornfeldern überwuchert wird. Ich kann es kaum fassen.
In der Bar Centrale von Laconi nehme ich einen Cappuccino, bevor ich mich wieder auf den Weg mache.
Es ist nicht mehr weit bis zu Tulles zweitem Tourenvorschlag – ebenfalls ein Klassiker: Guspini – Iglesias.
Und er hat nicht zu viel versprochen. Calimoto zählt die Kilometer herunter, und fast ein wenig wehmütig sehe ich, dass es nur noch knapp 30 sind bis Igesias. Es scheint, die Berge liegen nun endgültig hinter mir, doch dann mündet die Strecke in eine atemberaubende Schlucht.
Die SS126 schwingt sich in großzügigen Wogen zunächst am Riu Nuxi entlang, der in den Riu Coloru und schließlich in den Lago Corsu mündet.
Doch dann ist wirklich Schluss😪. Nach über sieben Stunden und 350 Kilometern durch Sardiniens unglaubliche Schönheit muss ich absteigen. Ich hätte noch stundenlang so weitermachen können!
Ich kann mich nicht erinnern, jemals nach einer solch langen Zeit noch immer fahren gewollt zu haben.
Aber morgen ist ja auch noch ein Tag, und irgendwie muss ich ja wieder zurück in mein Hotel in Orosei. Das B&B hier nimmt mich nur für einen Tag.


Steij Tjund!

Kapitel 14 II – Zurück ins Hotel

Einen geeigneten Rückweg von Iglesias nach Orosei zu finden gestaltete sich heute früh schwieriger als gedacht.
Denn entweder musste ich nahezu denselben Weg noch einmal fahren, was  sicherlich nicht schlimm gewesen wäre,  wenn es hier nicht noch so vieles gäbe, das ich unbedingt noch sehen will.
Doch egal, wie ich es auch drehen und wenden mochte, eine neue Strecke ohne die Superstrada SS130 zu nutzen kam in der Summe weit über 400 km. Wenn ich die ersten 40 km auf ihr hinter mich bringen würde, könnte ich anschließend über den bekanntermaßen sehr reizvollen südwestlichen Teil der SS 125 zurückfahren.
Lisbeth war nicht eben begeistert. Sie wollte einfach nicht mehr nur geradeaus fahren.
Überhaupt, benahm sie sich etwas seltsam. Wie sie überhaupt aussähe! Von oben bis unten noch voll vom Sand des Berchidastrandes!
Und dann fing sie erneut mit ihrem Namen an. Für mich war das Thema längst abgehakt. Pustekuchen!
Plötzlich wollte sie „Thin Lizzy“ genannt werden. Weil sie ja auch schwarz ist, und das hätte Herrn Ford bestimmt gefallen.
Als ich sie darauf hinwies, dass „Thin Lizzy“ der Name einer ehemaligen irischen Rockband ist, und Henry Fords T-Modell „Tin Lizzy“, also Blechliesel genannt wurde, wirkte Lisbeth dann irgendwie verstört.
Ich versprach ihr, dass ich sie, sobald wir wieder in Orosei sind, waschen  und ihre Kette neu ölen werde.

Das heiterte ihre Stimmung etwas auf, und so fuhren wir zusammen die insgesamt 290 km zurück. Nach der grandiosen Tour gestern natürlich kein wirkliches Highlight mehr, vielleicht auch weil unterwegs schwere Gewitterwolken aufzogen, die uns allerdings nur peripher trafen, richtig nass wurden wir nicht. 
Im Hotel angekommen, löste ich mein Versprechen auch ein. Ich fuhr sie zur Waschanlage und gab ihr nach insgesamt 3.500 km auch ihre zweite Ölung, die hoffentlich noch lange nicht die letzte sein wird.
Erst als ich dann vom Essen zurückkam, begann ich allmählich den wahren Grund für Lisbeths eigenartiges Verhalten zu verstehen:

Sie hatte sich verknallt! In eine Harley!!!😱
Ich habe ihr versprochen, dass wir morgen zusammen mit der Harley ausfahren werden  – das fand sie knorke!🙄

Okay, okay, okay! Tulle macht sich allmählich schon Sorgen um meinen Gemütszustand, aber ich kann euch beruhigen.
Meine Therapeutin meinte, es sein vollkommen normal, Dinge zu personifizieren, die einem wichtig geworden sind.🤣
Aber ich gelobe, ich werde nur noch ganz selten mit Lisbeth reden. Seit heute Abend will sie das auch nicht mehr. Es sei ihr peinlich. Erwachsene Hondas bräuchten keinen Namen, meinte sie.
Aber jetzt ist wirklich Schluss!(Ganz großes Ehrenwort! 🤞😜)

Grafik anklicken Für ausführliche Calimoto-Tour

Wie schon erwähnt, der heutige Weg zurück war auf den ersten Kilometern von Iglesias nach Sestu etwas mühselig, doch nach ner knappen Stunde und etwa 40 Kilometer später, ging es über die SP9. Kurz vor Ussana zweigten wir auf die SP10 und die SP11 ab und durch eine wirklich herrlich abwechslungsreiche Landschaft führte unser  Weg dann zur grandiosen SS387.  Kurz nach Sant Andrea Frius schlängelt sich die Passstraße SP24  in sanften Kurven hinauf nach San Basiio, wo es  auf der SP23 wirklich wieder kilometerlang nur noch genial kurvig wird.  Sie ändert ab und an ihren Namen (#sefz🙄), wird zur SP21, SP22, SP117, dann wieder SP22, SP21, SP13 … (Lisbeth verstand sich prächtig mit der Straße 😁😜), doch ihre herrliche Charakteristik behielt sie bei, bis wir über einige Pässe hinweg auf der Genna é Crersia auf die legendäre alte SS125 stießen.
Ein stückweit kürzten wir die Tour dann über die SS 390 ab, bevor wir  wieder auf der SS 125 zurückfuhren.

Alles in allem, und bei dem Betrachten der Bilder doch eine ganz nette Tour. Nur an die von gestern kam sie nicht ran…
Morgen also der versprochene Duo-Ritt mit der Harley an den Strand von San Lucia. Da bin ich ja mal gespannt!

Steij Tjund

Kapitel 15 – Lizzys Irrtum und ein erstes Resümee

Sicher erwartet ihr schon voller Ungeduld, wie die Geschichte mit T.M.F.K.A.L. (The Motorbike Formerly Known As Lisbeth) weiterging.
Ich hatte sie ja schon im Vorfeld davor gewarnt, sich allzu viele Hoffnungen zu machen. Selbst wenn sich dieses US-Amerikanische Ungetüm wider Erwarten als zuverlässig und loyal erwiesen hätte, der Katzenjammer auf der Fähre zurück nach Livorno war doch vorprogrammiert.
Aber erklär das einmal einer Frischverliebten!
Doch wie so oft in diesem Urlaub kam alles anders, als geplant.
Rebekka und Salvatore, Frauchen und Herrchen dieses Unholds, der sich an meine treue Begleiterin herangemacht hatte, fuhren also heute früh wie vereinbart zusammen mit uns an den Strand von La Caletta.
Allerdings stellte sich bald heraus, dass es sich bei der vermeintlichen Buhlschaft um eine gewisse „Lena“ handelte (kein Witz!).
Damit waren die Fronten zumindest einmal dahingehend geklärt, dass es  nicht zu einem Austausch von Entwicklungsmaterialien kommen wird. (Man stelle sich das mal vor: eine Hondey Harlison mit dem Sound einer großhubigen Nähmaschine und der Agilität einer Straßenwalze?)
Zu meiner Erleichterung nahm es T.M.F.K.A.L. doch ziemlich gefasst auf. Schlagartig schienen die Hormone aus dem Spiel zu sein und die beiden verbrachten einen sonnigen Tag am Strand zusammen  – genau wie wir drei.

Rebekka und Salvatore beim Mittagessen in La Caleta

Bilder vom Strand gibt es wie immer keine. 
Ob ich morgen noch eine Tour fahre, hängt davon ab, wie viel Lust ich noch habe. Morgen Abend geht die Fähre und die sollte ich halt auch noch kriegen.

Wie es dann weitergeht weiß buchstäblich der Himmel. Eine direkte Rückfahrt über die Toskana und die italienischen Alpen (wie ursprünglich geplant 🤣) wird wohl die Wetterlage am Samstag zu verhindern wissen.

 

 

Weder T.M.F.K.A.L. noch ich haben Lust auf eine weitere Wasserschlacht,
Erste Ideen schwirren mir schon im Kopf rum, doch die verrate ich besser noch nicht, weil sie wahrscheinlich ohnehin wieder ins Wasser fallen.

 

Zeit für ein erstes Fazit: Korsika vs. Sardinien

Natürlich war die Zeit viel zu kurz, um beide Inseln wirklich intensiv kennenzulernen.
Es soll hier auch nicht darum gehen, irgendwelche Empfehlungen auszusprechen, dafür gibt es Fachjournale, die haben viel mehr Informationen als ich.
Was ich hier wiedergebe, ist der subjektive Eindruck  eines Fahrers mit meinen Voraussetzungen und die würde ich eher im unteren Durchschnitt ansiedeln.

Korsika ist ohne Zweifel eine wunderschöne Insel mit viel Ursprünglichkeit, traumhaften Routen und viel authentischem Flair.
Die Leute dort sind nett und niemals unhöflich, aber auch selten herzlich. Wer eine herzliche Aufnahme erwartet, sollte der Insel mit Vorsicht begegnen.
Die Strecken sind mitunter ziemlich anspruchsvoll, sehr eng geführt und verzeihen dann kaum Fehler. Jemandem mit meinen Fahrkenntnissen würde ich anraten, alle Touren sehr konzentriert anzugehen – zumal hinter jeder uneinsehbaren Kurve ungeahnte Überraschungen lauern können.
Damit meine ich jetzt nicht die viel und oft zitierten wildlebenden Hausschweine, die gerne mal die Straße queren.
Einmal kam hinter einem Felsvorsprung auf der Steilwand links von mir plötzlich wie aus dem Nichts ein Linienbus um die Ecke, von dem ich nie gedacht hätte, dass er mit seiner Größe überhaupt dort fahren kann. Gottseidank war ich sehr langsam unterwegs, denn rechts von mir gab es weder Bankett noch so etwas wie eine Leitplanke.
Der Bus legte zu meiner tief empfundenen Dankbarkeit eine Vollbremsung hin und ich musste mein vollbepacktes, schweres (aber dabei natürlich immer noch grazil und schlank wirkendes!!🤐) Motorrad zweihundert Meter den steilen Berg hinunter rückwärts rollen lassen, bis eine kleine Bucht mir erlaubte, dem ziemlich genervten Fahrer gerade mal so viel Platz zu gewähren, dass er sich in Millimeterarbeit an mir vorbeiquetschen konnte. Rechts neben mir ging es mehrere hundert Meter den Abhang runter, mein Lenker auf der linken Seite nur wenige Zentimeter von einem sich gnadenlos vorwärtsschiebenden Bus entfernt – mir war übel vor Angst.
Natürlich verstehe ich, dass der gute Mann von uns Touristen genervt ist, die ihm wahrscheinlich jeden Tag unliebsame Verspätungen einbrocken. Er macht seinen für die Leute dort sicherlich äußerst wichtigen Job, ich mach mich halt nur wichtig und will Spaß haben.
Das ist eben eine Situation, die dir dort begegnen kann. Darauf sollte man sich einstellen und vorbereitet sein.
Und bitte nicht falsch verstehen! Ich nehme von dort unglaublich fantastische Momente und Bilde, die ich nie vergessen werde, mit. Ganz sicher!
Und natürlich kann ich Tulle sehr gut verstehen, wenn er sagt, dass ihm Korsika fast noch ein wenig besser gefallen hat, als Sardinien. Für einen technisch versierteren Fahrer als mich, ist das Geläuf dort sicherlich um einiges reizvoller und spannender.

Aber für diese barocke italienische Seele in mir, die alles Üppige und Runde liebt, ist Sardiniens weitläufige, nie enden wollende und sich gefühlt hinter jeder Ecke in einem neuen Kleid präsentierende Kurvenwelt einfach nur ein Traum. Selbst die vierspurige Superstrada SS 130 wird  von einer von Pflanzenpracht flankiert, als wäre sie eigens für uns Besucher festlich geschmückt worden. An allen Ecken wuchern auf der Insel bunte Wandelröschen, Bougainvillen, Kaktusfeigen, Myrten und zahllose andere Blumen,  deren Namen ich gar nicht kenne.
Kein Wunder, dass die Menschen hier vor Lebensfreude sprühen und jemanden wie mich mit ihrer ungezügelten Gastfreundschaft im Sturm erobern.
Und neben meiner italienischen Seele tut die Insel auch dem schwäbischen Anteil in mir gut. Die Preise, die man in Korsika aufruft, sind meines Erachtens der erbrachten Leistung nicht angemessen. Ein Zehntel vom Hauswein (und so schmeckt er auch) kostet dort in einer einfachen Pizzeria schon mal  bis zu15 €, nie jedoch unter 9 €, ein Espresso vier.
Mit Verlaub, das muss man sich erst einmal leisten können und wollen.

Hier auf Sardinien sind die Preise sehr zivil, ein Espresso kostet, wie in diesem Land üblich, in keinem  Restaurant über 1,50 €, der halbe Liter Hauswein maximal acht.
Und über die Unterschiede in der Qualität des Essens möchte ich lieber nicht reden, da bin ich unter Umständen auch etwas voreingenommen.

Also:
Wer die Quiche einer Holzofenpizza vorzieht, Barilla hausgemachter Pasta, dezente Distanz herzlicher Gastfreundschaft, Spitzkehren weitläufigen runden Kurven, und wer gerne gesalzene Preise für billigen Landwein bezahlt, ist mit Korsika klar besser dran.

Ich, für meinen Teil, habe mich anders entschieden – und werde ganz bestimmt wiederkommen.
Ob mit oder ohne T.M.F.K.A.L. 
Diese Insel ist eine Reise allemal wert!

Kapitel 16 – Alles hat ein Ende … 😥

… und diesmal tut es auch ein bisschen weh.
Mag sein, dass es die Aussicht darauf ist, dass bald das ganze Abenteuer vorbei sein wird, vielleicht ist es auch meine bereits in Bardolino wiederentdeckte italophile Seite, oder vielleicht sind es auch meine beiden späten, aber dafür umso netteren Reisebegleiter Rebekka und Salvatore, die sich am letzten Abend als durchaus ernstzunehmende Trinkpartner erwiesen hatten.
(Lediglich der Herr hatte am nächsten Tag etwas mit den inzwischen doch sommerlich gewordenen Temperaturen auf Sardinien zu kämpfen …😆)

Und da sind wir auch schon bei einem Punkt, den ich über all die Tage einfach so hingenommen habe: Über die ganze Zeit hielt sich das Wetter auf beiden Inseln angenehm zurück. Wie toll es ist bei 23° C Moped zu fahren, weiß man erst wieder richtig zu schätzen, wenn man bei 30° C  zur Fähre nach Olbia fährt.
Nach der wirklich bitter verregneten Anfahrt hatte ich wirklich nur noch Glück, und dafür sollte ich wohl auch ein wenig demütig und dankbar sein – denn jetzt kehrt der Sommer auf Sardinien ein. Am Wochenende sollen es bis über 40° C werden.
Na dann!🥵
Ein weiterer Grund, Italien so schnell wie möglich zu verlassen, ist, dass ich erst auf der Fähre so richtig gemerkt habe, wie ungesund das Inselklima für ausländische Klamotten sein kann, die an die salzhaltige Luft einfach nicht gewohnt sind. Mein Hemd wirft plötzlich seltsame und äußerst unappetitlich anzuschauende Bögen zwischen den Knöpfen, und auch die Jeans kneift ein wenig im Bauchbereich und im Schritt. 🤔
Im gestern von mir eröffneten Wettstreit zwischen Savoir vivre und Dolce Vita geht dieser Punkt eindeutig an Frankreich! Dort sind sie wesentlich pfleglicher mit meiner Bekleidung umgegangen!😁

Ach ja seufz… Hier noch ein paar letzte Impressionen eines neu hinzugekommenen Sehnsuchtsortes von mir.

Steij Tjund – es kommt noch was!

Kapitel 17 – Livorno nach …

… ja wohin denn nur?

Als ich heute früh mit der Fähre ankam, war längst nicht klar, wie es weitergeht. Die Wetterprognosen vom Vortag sahen zwar für Freitag überall gut aus – doch am Samstag war da eine Regenfront quer über den Alpen, sodass ein Durchkommen nicht möglich schien.
An Bord hatte ich kein Netz, also musste ich warten, bis ich in Livorno bin.
Mein erster Plan(🤣) war dann, an die Westseite des Gardasees zu fahren, um tags darauf vielleicht über den Idrosee und die Brenta zurück in Richtung Heimat zu kommen. Das sah wettertechnisch ganz vielversprechend aus.
So fuhr ich also los über die Toskanische Weinstraße nordwärts. Doch leider gibt es nach Lucca eine Straßensperre, von der Calimoto natürlich nichts wusste. Die Umfahrung war jedoch so weitläufig, dass ich ziemlich weit nach Osten abgedrängt wurde.
Ein erneuter Blick aufs Regenradar zeigte nun am Samstag früh einen recht optimistischen Korridor über die italienischen Dolomiten, allerdings muss ich nach jetziger Lage dann bis zwei Uhr nachmittags in Innsbruck sein, weil dann heftige Unwetter über dem Alpenhauptkamm angesagt sind.
So fuhr ich dann  Richtung Valpolicella weiter.
Es war eine wirklich schöne Route durch die westliche Toskana, die dann oben nach dem Wintersportort Faidello zur Emilia Romagna wird.
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Wieder einmal überraschten mich unglaubliche Landschaften – so wild und felsig kannte ich die Toskana noch nicht.
Als ich dann an der Poebene ankam, wurde es ein wenig zäh (okay, ich lass das jetzt einmal so stehen – macht doch, was ihr wollt, damit! Schließlich will ich ja irgendwann schon auch ins Stilblütenbuch kommen🤣)
Ich nahm schließlich die SS12 nach Verona, um Strecke zu machen, denn die Landschaft da unten ist nicht sehr berauschend.
Angekommen bin ich dann letztendlich in Grezzana, einem kleinen, niedlichen Ort am Tor zum Valpolicella.

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Von hier aus geht es dann morgen weiter, ich hab aber noch keine Ahnung, wie genau. Das entscheidet letztendlich das Wetter.

Stej Tjund!

Kapitel 18 – … Kaltern

Siehe da … es wurde ein Hotel am Kalterer See.
Peter rief mich unterwegs nämlich an, um mir mitzuteilen, dass Alexa und er am  Kalterer See weilten.
So schließt sich also der Kreis der Zufälligkeiten, denn auf diese Weise konnte ich auch die beiden mal wiedersehen und gleichzeitig noch eine zweitägige Ruhepause in einem herrlichen Hotel direkt am See einlegen.

Die Fahrt von Grazzena begann schon früh am Morgen. Es war so kurz nach sechs, als ich mein Hotel verließ, um in eine herrliche Morgenstimmung hineinzustarten. Die Nacht über hatte es geregnet, und so waren die Berge noch alle in Nebel gehüllt.
Richtig kalt war es aber nicht,  auch oben waren es noch 14° C,  sodass ich die Fahrt wirklich genießen konnte.

Tour bis Peters Anruf
Tour nach Peters Anruf

Am Hotel angekommen, ging es dann erst in den See und dann zum Buschenschank (jede andere Reihenfolge wäre an dieser Stelle wohl lebensbedrohlich geworden).
Über den weiteren Verlauf des Abends hüllt der Autor den Mantel des Schweigens …🤫

Kapitel 19 – Wohin die Reise geht?

Die Tage am See waren herrlich harmonisch und wunderbar entspannend.
Danke einmal dafür in erster Linie einmal an Alexa und Peter, ohne deren Hilfe diese kurze, aber sehr erholsame Auszeit nicht möglich gewesen wäre.
Jetzt ist es wohl an der Zeit, endgültig die Koffer zu packen – die Voraussetzungen, den Kreis hier und heute zu schließen, könnten besser nicht sein:

Spätestens nach den letzten [Un]wetterkapriolen und der heutigen Wahlen weiß ich, dass unruhige Zeiten bevorstehen.
Die Realität rückt wieder näher.
Noch kann ich alle Grenzen nach Hause ohne Stopp passieren – doch die Nationalisten, nicht nur in Europa, grölen und frohlocken schon lauthals – als ob sich globale Probleme leichter lösen ließen, wenn man Grenzen wieder hochzieht.
Aber ich werde wie immer einen Weg finden, auch da einigermaßen unbeschadet durchzukommen, aufgeben ist eben keine Option.
Mag sein, dass ich nass sein und frieren werde, vielleicht hinterher auch noch etwas ramponierter bin.
Wohin dieser Weg mich nun führt, weiß ich wirklich noch nicht so genau. Aber ich werde ankommen. 
Wie erfahrt ihr bald schon an dieser Stelle.